Die Geschichte

Eine Idee reift zum erfolgreichen Konzept:

Es geschah an einem Tag im Frühjahr 1995 – ein Tag wie jeder andere. Pit R., ein Freund guter Live-Musik, verbringt seinen Abend auf der Couch bei einer Flasche Bier und einem guten Film – Crossroads (1986 von Walter Hill, mit Ralph Macchio) doch der Showdown in diesem Film ein Guitar-Fight läst ihn nicht mehr los.Er beschließt seine Jacke anzuziehen und in seine Stammkneipe, das Soul Food, zu gehen. Immer noch beeindruckt von diesem Guitar-Fight macht er dort seinem Wunsch Luft eine solche Auseinandersetzung einmal live miterleben zu dürfen! …

„So etwas gibt es nicht“ die Meinung eines unbekannten Gastes ( „Oh dieses Gedächtnis“ ) an diesem Abend.

„Doch so etwas ist möglich“ die Meinung des damaligen Wirtes Stefan M.-B. … und das war wohl die Geburtsstunde der Guitar Fight Night.

Der Abend wurde dann damit verbracht das für und wieder zu erläutern das mögliche und das unmögliche zu erträumen Bier zu trinken und zu lachen. Und alle waren sich einig diese Idee kann nur leben wenn Gute Musik und gute Musiker nicht gegen einander kämpfen sondern miteinander das Gitarrenspiel demonstrieren und ihre Interpretation eines Guitar-Fights als Performance auf die Bühne bringen.

Schon an diesem Abend wurde das Konzept für die ersten Veranstaltung festgelegt, welches sich bis zum heutigen Tag nur geringfügig verändert hat:

• Eine Band sollte ein Rahmenprogramm spielen und das Publikum auf die eigentliche Show einstimmen.

• Ein Moderator sollte durch das Programm führen und die Veranstaltung und ihre Akteure vorstellen.

• Acht Gitarristen sollten jeweils zwei Auftritte/Show-Fights absolvieren, jeweils mit einem anderen Partner .

• Die sich daraus ergebenden acht Fights sollten in zwei Blöcke à 4 Fights unterteilt und durch einige auflockernde Songs durch die Begleitband getrennt werden.

• Danach sollte das Publikum die Möglichkeit erhalten die beste Paarung mit der Eintrittskarte als Stimmzettel (Auf vielfachen Wunsch wird es ab 2003 separate Stimmzettel geben) abzustimmen.

• Während der Auszählung sollte die Begleitband die Zeit überbrücken bis das Ergebnis bekannt gegeben werden kann und die beliebstete Performance wiederholt wird.

• Höhepunkt und glorreiches Finale der Veranstaltung sollte immer eine Mega-Session mit allen Musikern/Gitarristen sein.

Crossorads – der Film

Crossroads – Pakt mit dem Teufel

USA 1986

Regie: Walter Hill

Darsteller: Ralph Macchio, Jami Gertz, Steve Vai, Joe Seneca ...

Crossroads ist in mehrfacher Hinsicht ein wunderbarer Film. Zum einen handelt es sich um ein wunderschönes Roadmovie, zum anderen um einen begeisternden Musikfilm, der einem ein Stückchen der Seele des Delta-Blues offenbart. Aufhänger für den Film ist die Geschichte eines jungen Studenten (Ralph Maccio), der an einer Musikschule klassische Gitarre studiert. Außerhalb dieser Ausbildung schlägt sein Herz hingegen für den Blues.

Als Fan von Delta-Blues-Legende Robert Johnson ist der Student einem verlorenen Lied auf der Spur, das Robert Johnson angeblich vor seinem Tod noch geschrieben hat, aber selbst nicht mehr aufnahm. Auf dieser Suche macht der Student in einer Mischung aus Altersheim und Knast jemanden ausfindig, den er für den Bluesmusiker Willie Brown hält. Willie Brown war wiederum als „Blind Doc Fulton“ ein Weggefährte von Robert Johnson (sein Name wird unter anderem in „Crossroads“, einem Lied von Robert Johnson, das später von Eric Clapton neu aufgenommen wurde, erwähnt).

Nach einigem hin und her erklärt sich Willie Brown bereit, dem Studenten das verlorene Lied beizubringen, falls dieser ihn aus dem Knast befreit und nach Missisippi bringt. Ab hier beginnt ein Roadmovie mit vielen Wendungen, und toller Musik. Während der Geschichte erfährt man viel über den Delta Blues und die tatsächlich existierende Legende, Robert Johnson habe an jener Kreuzung, die er im Lied „Crossroads“ besungen hat, dem Teufel seine Seele verkauft, um den Blues meisterhaft spielen zu können. Man erfährt auch, daß Willie Brown an dieser Kreuzung ebenfalls ein Geschäft gemacht hat.

Am Ende des Filmes kommt es zu dem mittlerweile berühmten Gitarrenduell („cuttin heads“) gegen den genialen Steve Vai (früher Gittarist bei Frank Zappa), der herrlich diabolisch rüberkommt („cuttin heads“ war im Missisippi-Delta übrigens der Name dafür, wenn ein Straßenmusiker durch sein Spiel einem anderen das Publikum abjagt).

Mehr soll von der Handlung nicht verraten werden.

Verantwortlich für die wunderbare Filmmusik und das Gitarrenspiel von Ralph Maccio im Film ist Ry Cooder, der uns schon viele herrlich schräge Soundtracks geschenkt hat (z. B. zu „Paris Texas“) und der hinter dem Projekt „Buena Vista Social Club“ steckte, das jüngst auch im Kino für Furore sorgte.

Toll sind aber auch die Schauspieler des Films: Bei Joe Seneca, der Willie Brown spielt, kann man sich kaum vorstellen, daß er im richtigen Leben nicht Willie Brown ist. Ralph Maccio, der den meisten wohl eher als „Karate Kid“ bekannt ist, spielt seine Rolle ebenfalls überraschend überzeugend. Ebenso eine Tramperin, die von Jamie Gertz gespielt wird (Jamie Gertz kenne ich ansonsten nur noch aus einem recht kitschigen Liebesfilm, dessen Namen ich aber vergessen habe). Der Film läuft gelegentlich (selten) bei Pro 7. Als der Film einmal bei VOX lief, waren wahl- und sinnlos einzelne Szenen herausgeschnibbelt worden.

(Text: Marcel Schurig)